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Alles hat seine Zeit – Advent ist im Dezember

Spekulatius & Co. im September – brauchen wir das?

Weihnachten feiern wir die Menschwerdung Gottes, ein Ereignis, das das ganze Jahr über für uns Bedeutung hat. Gleiches gilt für Ostern. An beide Ereignisse dürfen wir uns an jedem Tag im Jahr erinnern. Das darf uns fröhlich stimmen, nicht nur an den Weihnachts- und Ostertagen selbst.

Aber – bleiben wir bei Weihnachten - brauchen wir dazu schon im September Spekulatius, im Oktober Weihnachtsschmuck in den Straßen und Berieselung mit Weihnachtsliedern im Supermarkt? Wird das Weihnachtsfest dadurch nicht allzu beliebig?

Dirk Menrath


Warum so viele Sonntage „nach Trinitatis“?

Bis zum Ewigkeitssonntag gibt es in diesem Jahr 24 Sonntage „nach Trinitatis“, in anderen Jahren noch mehr; diese Sonntage werden einfach durchgezählt – nahezu ein halbes Jahr lang haben sie keine besonderen Namen. Warum?

Das Kirchenjahr und das Kalenderjahr sind nicht identisch. Das Kirchenjahr beginnt nicht am 1. Januar, sondern mit dem 1. Advent. Dann kommen dicht aufeinander die großen kirchlichen Feste – Weihnachten, Epiphanias, Fastenzeit und Passion, Karfreitag, Ostern, Himmelfahrt und schließlich – als „Geburtstag“ der Kirche – Pfingsten mit der Entsendung des Heiligen Geistes an die Jünger.

Der dann folgende Sonntag ist der Trinitatis, deutsch der Dreifaltigkeit oder Dreieinigkeit gewidmet, also Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist. Lange theologische Auseinandersetzungen führten zu diesem Gottesbegriff, den wir auch in unserem Glaubensbekenntnis finden, zum ersten Mal formuliert im Jahr 381 n.Chr. im Bekenntnis von Nicäa– dieses Glaubensbekenntnis von Nicäa steht auch in unserem Gesangbuch, wir beten es noch heute bei großen Festen, z.B. auch an Trinitatis.

Drei in Einem – nicht leicht zu verstehen. Nicht nur von Muslimen wird gefragt, ob wir mit Gott Vater, Sohn und Heiligem Geist nicht in Wirklichkeit mehrere Götter anbeten. Die Dreifaltigkeit ist wohl der wichtigste Inhalt des christlichen Glaubens – es gibt einen Gott und doch drei Personen in diesem göttlichen Wesen: als Vater hat Gott die Welt erschaffen, als Sohn hat er sich den Menschen durch Jesus Christus offenbart und als Heiliger Geist ist er unter den Menschen gegenwärtig.

Trinitatis bildet den Abschluss der großen Kirchenfeste, nun beginnt die sog. festarme Zeit. Alle Sonntage bis zum Ende des Kirchenjahres heißen „nach Trinitatis“ – dies unterstreicht die Bedeutung dieses Sonntages.

Dirk Menrath

 


Ein Blick auf das Kirchenjahr

Die „festarme“ Zeit hat doch bedeutsame Feste

Nach Trinitatis beginnt die sogenannte festarme Zeit – so endete die erste Folge beim „Blick auf das Kirchenjahr“. Die ganz großen Feste wie Weihnachten, Ostern und Pfingsten liegen zwar hinter uns, doch gibt es auch in diesen langen Wochen „nach Trinitatis“ eine Reihe von wichtigen Gedenktagen.

Das beginnt mit dem schon hinter uns liegenden Johannistag (24. Juni). Dass man diesen Tag als Geburtstag Johannes des Täufers begeht, hat mit dem Sonnenstand zu tun. Das Johannesfest verdrängte im Mittelalter das heidnische Sonnenwendfest. Das Gegenstück im Kalender ist der Geburtstag Jesu, der 25. Dezember; zur Wintersonnenwende wurde schon immer traditionell die Ankunft des Lichts gefeiert.

Das Michaelisfest am 29. September gehört zum evangelischen Festkalender und war in der Reformationszeit eines der großen christlichen Feste, wird heute aber nur noch selten begangen. Es ist der Gedenktag des Erzengels Michael und aller Engel und erinnert, dass die Menschen auf ihrem Weg in die dunkle Jahreszeit von Gott und seinen Engeln begleitet und geschützt werden. In manchen Regionen wurden früher die Sonntage ab nun bis zum Ende des Kirchenjahres als Sonntage nach Michael gezählt.

Zum Brauchtum gehörten die Michelgans und das Michelfeuer, das die nahende Winterdunkelheit anzeigte.

Am Michaelistag selbst oder am Sonntag davor oder danach wird in Deutschland das Erntedankfest gefeiert. Es erinnert uns, dass es nicht allein in der Hand des Menschen liegt, über ausreichend Nahrung zu verfügen. Die Dankbarkeit für die Ernte wird zum Symbol für alles Gute, das unser Leben bringt.

Am 31. Oktober feiern wir den Reformationstag und erinnern uns an Martin Luther und den Anschlag seiner 95 Thesen 1517 an die Schloßkirche in Wittenberg. Reformation heißt Umgestaltung, Erneuerung. Luther wollte Missstände anprangern und Traditionen erneuern. Erst die öffentliche Diskussion seiner Thesen führte zur evangelischen Kirche. Im ökumenischen Geist erinnert der Reformationstag heute daran, dass die Kirche nie vollkommen, nie fertig ist, sondern immer der Erneuerung bedarf.

Das am nächsten Tag, dem 1. November, begangene Fest Allerheiligen gilt als typisch katholisch. Das stimmt nicht ganz, denn jahrhundertelang wurde dieses Fest auch von evangelischen Gemeinden in Deutschland gefeiert und steht als ‚Gedenktag der Heiligen‘ im evangelischen Kirchenkalender. Auch Luther hat stets den Vorbildcharakter von Heiligen für das eigene Leben betont.

Am Mittwoch vor dem letzten Sonntag im Kirchenjahr wird der Buß- und Bettag begangen, an dem wir zur Buße im Sinne von Reue für begangene Sünden und zur Umkehr, zum Gebet aufgefordert werden. Es ist ein Tag mit einer wechselvollen Geschichte; zuletzt in allen Bundesländern gesetzlicher Feiertag ist er seit 1995 nur noch in Sachsen arbeitsfrei.

Der letzte Sonntag im Kirchenjahr hat mit Ewigkeitssonntag und Totensonntag zwei Namen. Kein Widerspruch, denn der Tod ist für uns Christen das Tor zur Ewigkeit. Wir gedenken der Verstorbenen, da aber kurz darauf die Adventstage folgen, der neue Anfang, wird im Glauben deutlich, dass der Tod nicht das Ende ist.

Dirk Menrath

 


Gesangbuchpaten gesucht!

Wir suchen weiterhin Gesangbuchpaten, die bereit sind, sich an den Anschaffungskosten für den Ersatz für die in die Jahre gekommenen Gesangbücher zu beteiligen: Mit 16 Euro pro Gesangbuch sind Sie dabei! Ihr Engagement würden wir gerne honorieren, indem wir Ihren Namen in „Ihr“ Gesangbuch eintragen, natürlich nur mit Ihrer Zustimmung.

Wenn Sie gerne Gesangbuchpate werden wollen, können Sie sich für weitere Informationen mit mir in Verbindung setzen, telefonisch unter 02222-2695 oder per E-mail unter claudia.haye(klammeraffe)freenet(punkt)de.

Claudia de la Haye

 

Ein Blick auf das Kirchenjahr

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