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Vor 200 Jahren ...

… gab es noch lange keine evangelische Gemeinde im Raum Bornheim, es gab nicht einmal Evangelische. Das heißt, vor etwa 200 Jahren zogen die ersten Protestanten in diese Region.

Bis zur Eroberung durch die französischen Armeen unter Napoleon war der Erzbischof von Köln Landesherr über diese Region. Da die Konfession des Landesherren auch die Konfession der Bewohner bestimmte, gab es evangelischen Gottesdienst nur in den Ortschaften in der Umgebung, die unter protestantische Herrschaft gehörten. (Vor allem die Bereiche des Herzogtums Jülich-Kleve-Mark-Berg.)

                         Weitere Informationen zur Zeit bis 1815 finden Sie hier.

Spätestens nachdem das Rheinland 1815 preußisch geworden war, siedelten sich Protestanten in der Region an. Unter den ersten waren Adlige aus dem Bergischen, die die zum Verkauf stehenden ehemals zum Kirchenbesitz gehörigen Güter erwarben. Sie brachten aus der Heimat evangelisches Personal mit. Das Miteinander mit der einheimischen katholischen Bevölkerung war verständlicherweise zunächst gespannt. Die „fremden“ Zugezogenen übernahmen die größten Besitzungen, hatten das meiste Geld, stellten die Bürgermeister etc. .

Die ersten evangelischen Gemeinden bildeten sich in Köln und Bonn. Die evangelischen Neubürger im Bereich Alfter und Bornheim gehörten zu Bonner Gemeinde. Die Wege zur Schlosskirche waren aber – in einer unmotorisierten Zeit, ohne öffentlichen Nahverkehr – sehr weit. So bildeten sich bald Initiativen zur Gründung selbständiger Gemeinden am Vorgebirge. Das Problem der damaligen Zeit war, daß der betreffende Bereich eine sehr große Ausdehnung besaß, aber nur sehr wenige verstreut lebende Protestanten, so dass weder die finanziellen Möglichkeiten noch die Genehmigung zur Anstellung von Pfarrern vorhanden waren. Parallele Aktivitäten in Brühl und Bornheim führten zu der Lösung, zwei selbständige Gemeinden mit einem gemeinsamen Pfarrer zu gründen. (1850 lebten im Brühler Bereich 108 und im Bornheimer Bereich 75 Protestanten!)

1850 wurde das erste Bornheimer Presbyterium gewählt, 1851 der erste Pfarrer. (Die Genehmigung zur Gemeindegründung erfolgte erst im Jahr 1855!) Die Gottesdienste fanden in den ersten Jahren in der Donatuskapelle auf dem Gelände des Bornheimer Schlosses statt. Als das Gut an einen katholischen Besitzer verkauft wurde, verlor die Gemeinde diese Gottesdienststätte. Durch die Hilfe eines jüdischen Kaufmanns konnte zunächst ein provisorischer Gottesdienstraum gefunden und dann ein eigenes Baugrundstück erworben werden.

1863 wurde die Alte Kirche ihrer Bestimmung übergeben. Sie war der erste Evangelische Kirchbau im Bonner Bereich des ehemaligen Erzstiftes. (In Bonn und Brühl wurden zunächst die Schlosskirchen für den evangelischen Gottesdienst genutzt.)

1894 wurde die pfarramtliche Verbindung zu Brühl gelöst. Dank sehr großzügiger Spenden der Familie von Diergardt konnte sowohl des Pfarrhaus gebaut als auch durch einen Fond die Bezahlung des Pfarrers sichergestellt werden. Die 130 (!) Gemeindglieder hatten ab jetzt einen eigenen Pfarrer, der für eine riesige Flächengemeinde zuständig war:

Von Buschdorf den Rhein hinauf bis Urfeld, über Sechtem bis Heimerzheim und Alfter.

                         Weitere Informationen zur Zeit bis 1951 finden Sie hier.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges nahm die Zahl der Evangelischen rapide zu. Flüchtlinge und Vertriebene wurden hier angesiedelt, als Bonn Bundeshauptstadt wurde zogen viele Menschen zu, die bei – oder im Umfeld von - Bundesbehörden beschäftigt waren. Zunächst nahm durch die Möglichkeit, in Schulen und katholischen Kirchen evangelische Gottesdienste zu halten, die Zahl der Gottesdienststätten zu. Nach und nach wurde auch die Zahl der Pfarrer und Pfarrerinnen erhöht.

Im Laufe der Zeit teilte sich die Gemeinde in Bezirke und selbständige Gemeinden.

Der Bereich Heimerzheim gehört inzwischen zur Gemeinde Swistal, Urfeld zu Wesseling. Sechtem, Uedorf, Widdig Hersel und Buschdorf bilden die Kirchengemeinde Hersel.

Bornheim, Roisdorf und Brenig bilden den 1. Pfarrbezirk der Kirchengemeinde Bornheim (mit dem Zentrum in Bornheim). Dersdorf, Kardorf, Waldorf, Hemmerich, Rösberg und Merten bilden den 2. Bezirk (mit dem Zentrum in Hemmerich). Alfter bildet mit einem eigenen Zentrum den 3. Bezirk (halbe Pfarrstelle).

                         Weitere Informationen zur Zeit nach 1951 finden Sie hier.